Endstazione

Das „Italien-Trauma“ ist überwunden. Über 40 Jahre sind vergangen, seit dem Jahrhundertspiel in Mexiko. Dort begann das lange Warten. Gegen Italien konnte man in den großen Turnieren einfach nicht mehr gewinnen. Dieser Fluch ist nun gebrochen. Nach 18 Elfmetern, nicht wirklich souverän. Schwamm drüber. Hauptsache gewonnen!

Andere erholen sich leider nie von ihrem Trauma. Der Terror macht sich überall breit auf unserer Erde. Vor dem Spiel am Sonntag, gab es eine Schweigeminute. Trauerflor als Zeichen der Anteilnahme. Es sind überwiegend Italiener unter den Toten in Bangladesch zu beklagen. Istanbul war in der letzten Woche noch sehr präsent. Brüssel und Paris dominierten tagelang unsere Schlagzeilen. Bei einem Anschlag in Afghanistan wurden, am Morgen des Viertelfinales, über 200 Menschen getötet. Dies eher eine Randnotiz. 10.000 Flüchtlinge schafften es seit 2014 nicht nach Europa. Normalität. Schimanski flimmert durchs Nachtprogramm. Vier Fäuste für ein Halleluja.

Soll doch jeder berichten, worüber er will. Wie er will. Die See wird rauer, ein Sturm kommt auf in Europa. Wetterberichte haben sie alle. Die Kapitäne verlassen schon das sinkende Schiff. Die EU in Gefahr, Trump im Wahlkampf, daher schauen wir mal besser fröhlich in die lokale Presse. Hier in Rio gibt es garantiert viele positive Neuigkeiten zu lesen. Kurz vor der Olympiade steigt endlich die Vorfreude auf das große Ereignis. Toter Polizist, Verletzte bei einer Schießerei und eine gefilmte Hinrichtung.

Gut, dann doch lieber weiter mit Fußball. Donnerstag also das Spiel gegen Frankreich. Halbfinale können wir ziemlich gut, habe ich vor zwei Jahren gelernt. German Blitzkrieg, titelte die Presse. Vielleicht erleben wir aber auch ein zweites Verdun? Historische Vergleiche und Klischees, was da alles noch gehen würde. Aber nicht mit mir. Irgendwann ist auch mal Endstazione!

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