Chemtrails

Was ist bloß passiert in den letzten Monaten? Es kommt mir immer noch wie ein verrückter Traum vor. Corona. Kann das nicht endlich mal wieder vorbei sein?

Meinem Ziel, mich mehr um diesen Blog zu kümmern, müssen nun noch einige Einträge bis zum Jahresende folgen. Ich hatte mich im Laufe des Märzes schon auf viele gemütliche Abende im Lockdown von Nairobi eingestellt, als dann doch alles ganz anders kam. Super spontan haben wir uns Anfang April entschlossen, doch noch Kenia zu verlassen. Zu unsicher waren die Aussichten, wir hatten mit dem Schlimmsten gerechnet. Und so verbrachten wir das Osterfest in einem Hotel in Berlin in Quarantäne und haben uns danach in einem kleinen Apartment provisorisch eingerichtet. Immerhin gab es mir auch die Möglichkeit die Entwicklungen in Deutschland vor Ort mitzuverfolgen und meine Frau konnte ein wenig intensiver Berliner Luft schnuppern.

Inzwischen sind wir wieder zurückgekehrt und haben gerade die zweite Quarantäne erfolgreich hinter uns gebracht. Nairobi ist momentan der Hotspot im Land, was die steigenden Fallzahlen mit Covid19-Erkrankungen angeht. Im Prinzip ist die Lage schlechter, als im April. Der entscheidende Vorteil aus meiner Sicht ist jetzt aber, dass der internationale Flugverkehr wieder aufgenommen wurde. So kommt man zumindest raus, falls irgendwas sein sollte.

Die Aktienmärkte haben sich fast wieder vollständig erholt, meine vorhergesagte globale Wirtschaftskrise wurde nochmal vertagt. Aber wie heißt es so schön, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die zweite Welle der Corona Infektionen ist vielerorts in Deutschland schon angekommen. Die sogenannten Corona-Gegner skandieren momentan lauthals und ohne Maske Ihren Frust von der Seele. Ein absurder Mix aus Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Nazis. Bill Gates und Angela Merkel sind die auserkorenen Feinde. Aber ok, immerhin tut sich wieder etwas im Land. Nachdem man sich wochenlang zu Hause betrinken musste und die Aggressionen nur an den Familienmitgliedern auslassen konnte, geht es nun auf die Straßen. Und unsere Polizisten haben ja eine Schutzbekleidung. Da tritt man wie in Stuttgart gern auch mal etwas fester zu. Insgesamt scheinen die Menschen dünnhäutiger zu werden. Kleinigkeiten reichen oft aus, um völlig übertriebene Reaktionen hervorzurufen. An den Chemtrails kann es ja nicht liegen, bei so wenig Flugverkehr in den letzten Monaten. Daher liegt die Vermutung schon nahe, dass sich soziale Isolation auf das Gemüt schlägt. Vielleicht greift aber auch dieses Virus irgendwie das Gehirn an? Anhand der infizierten Staatsoberhäupter in der Welt lässt sich da noch kein Trend erkennen. Während man in Großbritannien etwas geläutert zu sein scheint, so bleibt es in Brasilien weiter beim alten Muster.

Ich bin in jedem Fall froh jetzt wieder etwas mehr Zeit zu haben, um mir das alles genauer anzusehen. Bleibt bitte alle gesund und munter!

Ick meld ma!

Wer über Gewisse Dinge den Verstand nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.

Gotthold Ephraim Lessing

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