Herzlichen Glückwunsch!

In dieser Woche habe ich gelesen, dass vor einigen Tagen der Asteroid „2016 QA2“ knapp an der Erde vorbei geflogen ist. Mit geschätzten 35 Metern Durchmesser wäre er wohl sogar bis zur Erdoberfläche durchgedrungen und hätte in bewohntem Gebiet, kleinere Schäden angerichtet. Ein Asteroid von einigen hundert Metern Größe, würde im Vergleich dazu, schon ziemlich fatale Auswirkungen haben. Auf der hier verlinkten Seite im Internet kann man selbst einmal simulieren, was genau bei einem solchen Szenario geschehen würde. Eine nette Spielerei. Das Erschreckende dabei ist, der Mensch kann faktisch nichts gegen eine derartige Bedrohung tun. Technisch wäre es wohl möglich mit Raketen oder Satelliten solche Brocken abzulenken. Das Problem ist, dass bisher niemand dieser Sache ernsthaft nachgegangen ist. Wir schaffen ja noch nicht einmal den Welthunger zu besiegen. Hinzu kommt, dass man Asteroiden viel zu oft erst dann entdeckt, wenn sie quasi schon vor der Haustür stehen.

Was nützen einem in diesem Fall dann all die schönen Pläne, welche man sich so in seinem Leben ausgedacht hat? Das Sparkonto, der Porsche in der Garage und das Wochenendgrundstück, alles wäre futsch. Die nette Nachbarin, welche man nächste Woche einmal ansprechen wollte, zu spät. Das verpasste längst fällige Dankeschön an einen Freund. Die vielen ungenutzen Gelegenheiten endlich einmal etwas Neues oder Verrücktes zu tun. Und und und. Wenn von heute auf morgen ein verflixter Gesteinsbrocken die Erde ganz plötzlich unbewohnbar macht: Ein wirklich gruseliges Szenario!

Auf der anderen Seite hilft es, sich endlich wieder einmal bewusst zu werden, wieviel Glück man hat, überhaupt am Leben zu sein. Wie extrem unwahrscheinlich war es, das dein Ururgroßvater, deine Ururgroßmutter kennen gelernt hat? Und wie wahrscheinlich war es, dass deine Urgroßeltern sich danach wiederum getroffen haben? Und so weiter und so fort. Nur aufgrund vieler kleiner glücklicher Umstände bist du überhaupt in diesem Augenblick in der Lage, dir diesen Text durchzulesen. Ist das nicht total irre? Jederzeit kann ein interstellares Geschoß uns innerhalb von Sekunden auslöschen. Wir besitzen so viele Atomwaffen, dass wir ganz bequem mehrere bewohnte Planeten ausrotten könnten. Selbst der Weg zum Supermarkt ist mit so vielen Gefahren gespickt, dass man theoretisch jederzeit tot umfallen kann. Huch.

Daher sollte uns doch grundsätzlich jeder neue Tag, welchen wir erleben dürfen, mehr als nur fröhlich stimmen. Merkwürdiger Weise tut es das aber viel zu oft leider nicht. Im Gegenteil. Fast niemand erkennt, dass er einer von etwa 7 Milliarden extremer Glückspilze ist. Einer der wenigen Auserwählten, welche es geschafft haben, überhaupt geboren worden zu sein. Warum machen wir Menschen uns gegenseitig den Aufenthalt auf der Erde dann teilweise so schwer? Wäre es nicht viel schöner, wenn wir uns alle die Hand geben könnten, um uns gegenseitig zu gratulieren? Zu unserem enormen Glück überhaupt am Leben zu sein. Statt uns gegenseitig zu ärgern, quälen oder gar umzubringen, wäre das doch mal eine ziemlich tolle Alternative. Warum hat das bisher niemand umsetzen können? Ich bin doch sicher nicht der Erste, der auf diese abstruse Idee gekommen ist?! Merkwürdig. Ich versuche das ab jetzt einfach mal in meinem Umfeld umzusetzen. Einer muss ja damit anfangen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch liebe Leser, schön das ihr geboren worden seid!

„Alle Lebewesen außer den Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.“ (Samuel Butler)

Hinterlasse einen Kommentar